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Großmaßstäbige Bodenfunktionsbewertung für Hamburger Böden

Ansprechpartner: Dr. Boris Hochfeld, Dr. Alexander Gröngröft

Laufzeit: 12.2002 - 05.2003

Projektbeschreibung

Das Verfahren zur Bodenfunktionsbewertung ist die Neufassung des 1999 von GRÖNGRÖFT et al. [1999] entwickelten Bodenbewertungsverfahrens. Neben den bereits 1999 bestehenden Bodenbewertungsverfahren [UMWELTMINISTERIUM BADEN-WÜRTTEMBERG 1995, SCHRAPS & SCHREY 1997, LANDESUMWELTAMT BRANDENBURG 1998, LANDESAMT FÜR UMWELTSCHUTZ SACHSEN-ANHALT 1998, UMLANDVERBAND FRANKFURT 1998] kamen in anderen Bundesländern weitere hinzu [BAYRISCHES GEOLOGISCHES LANDESAMT 2000, AG-LANDSCHAFTSPLANUNG et al. 2000]. Häufig wurden in diesen bereits bestehende Methoden übernommen und regional angepasst, z.T. wurden aber auch neue Methoden entwickelt. Grundsätzlich ist der Stellenwert der Bodenfunktionsbewertung als Element der Planung gestiegen und findet mehr und mehr Einzug in das Planungsgeschehen. An der Notwendigkeit einer fachgerechten Berücksichtigung des Schutzguts Boden neben den anderen Umweltschutzgütern besteht kein Zweifel.

Die Autoren haben die Diskussion und Entwicklungen um die Bodenfunktionsbewertung verfolgt und z.T. mitbestimmt, und legen nun eine angepasste Neufassung des Hamburger Bodenbewertungsverfahrens vor. Neben der Anpassung der Methoden wurde das Verfahren um einen Teil zur Prognosebewertung von Eingriffen sowie um Vorschläge zur Integration der Ergebnisse der Teilfunktionen erweitert. Das Verfahren ist wie bisher für eine Maßstabsebene von 1:10.000 und größer konzipiert, also für die Planungsebene konkreter Maßnahmen (B-Plan, UVP). Die Basis für die Neufassung sind zu einem erheblichen Teil Arbeiten zum Thema aus der eigenen Arbeitsgruppe, so einer Machbarkeitsstudie zur Lebensraumfunktion [HOCHFELD et al. 2000], methodischer Arbeiten zur Funktion "Bestandteil des Wasserhaushalts" [DREVES 2002] und zur Pufferung von Säuren [BAASCH 1999, DICKSCHAS 2001], eines umfassenden praxisnahen Vergleichs derzeit bestehender Bodenbewertungsverfahren [HOCHFELD et al. 2002], praktischer Anwendung des Verfahrens im Hamburger Raum [FITTSCHEN & GRÖNGRÖFT 1999, DÄUMLING 1999 & 2002, DÄUMLING & GRÖNGRÖFT 2003] sowie intensiver fachlicher Diskussionen im Rahmen zahlreicher Workshops und Fachtagungen.

Das Verfahren wurde entwickelt, um im Gebiet der Stadt Hamburg im Rahmen raumbeanspruchender Planungen das Schutzgut Boden angemessen berücksichtigen können. Das Verfahren bezieht sich hierbei insbesondere auf die Bauleitplanung (fachliche Abwägung, Eingriffsregelung) und die Umweltverträglichkeitsprüfung, und ist vom Differenzierungsgrad so konzipiert, dass eine großmaßstäbige, hochauflösende Bewertung möglich ist. Insbesondere wenn von den Planungen Flächen mit potentiell schutzwürdigen Böden [BUG 2003a] betroffen sind, soll eine Bodenfunktionsbewertung auf der Basis dieses Verfahrens durchgeführt werden. Das Verfahren wurde zur Anwendung durch Planungs- und Ingenieurbüros erstellt, wobei bodenkundliche Fachkenntnis vorausgesetzt wird. Dies bezieht sich sowohl auf die im Verfahren vorgesehene Vorerkundung, die Feldarbeit wie auch auf die abschließende Bewertung. Aufgrund nach wie vor bestehender fachlicher Unklarheiten in manchen Verfahrensdetails konnte auf eine Einbeziehung gutachterlicher Einstufungen nicht verzichtet werden, auch dafür wird Fachwissen vorausgesetzt.

Die Neufassung des Verfahrens ist in zwei Teilen aufgebaut. Im Teil 1 wird in möglichst knapper und eindeutiger Form die Anwendung des Verfahrens beschrieben. Um die Nutzbarkeit im Anwendungsfall zu erleichtern, wird bewusst auf Begründungen und Erläuterungen verzichtet. Im zweiten Teil werden grundsätzliche Ziele erläutert und das Verfahren in seinen Details begründet. Dabei wird auch auf noch bestehende Vereinfachungen und methodische Unzulänglichkeiten verwiesen. Dieser Teil ist für den Anwender insofern wichtig, als dass er die für die Interpretation der Bodenwertstufen wichtigen Hintergrundinformationen bereit stellt. Bei der Anwendung des Bodenbewertungsverfahrens muss der Begründungsteil daher grundsätzlich beachtet werden. Ansonsten dient der Teil der Fachöffentlichkeit zum Aufzeigen offener Fragen und ggf. zur wissenschaftlich notwendigen Weiterentwicklung von Methoden.

Projektbearbeitung

Leitung: Prof. Dr. Günter Miehlich
Dr. Alexander Gröngröft
Bearbeitung: Boris Hochfeld

Auftraggeber

Freie und Hansestadt Hamburg, Umweltbehörde, Amt für Umweltschutz, Gewässer- und Bodenschutz

Veröffentlichungen

Alle Projekte "Bodenbewertung"

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